Sansibar trough my Phone



Wer bei diesem Beitrag einen ähnlich ausführlichen Bericht wie beim Beitrag über unsere Reise auf dem Festland hofft, den muss ich leider direkt in den ersten Zeilen enttäuschen.
Wir hatten uns ja schon von Anfang an vorgenommen die vier Tage so viel wie möglich zu lesen, zu entspannen und am Strand herumzuliegen. Vielleicht wollten wir einen Ausflug nach Stonetown machen, uns das Geburtshaus von Freddie Mercury anschauen oder die vielen Essensstände testen, die an jeder Ecke in der Stadt stehen. 


Unsere Ankunft auf der Insel war dann etwas holprig. Nach einem rasanten Flug, auf dem wir schwören könnten, beim steilen Start kurz ohnmächtig geworden zu sein, landeten wir um 19 Uhr im dunkeln auf der kleinen Insel vorm Festland und waren froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Vor dem Flughafen warteten dann schon Leute mit meinem Namen auf einem Schild und wir dachten kurz: „läuft doch!“ Fünf Mann fühlten sich gleich bemüßigt auf uns zuzustürzen, nachdem wir uns zu erkennen gegeben hatten und rissen uns die Koffer aus der Hand. Wir liefen ihnen hinter her, kreuz und quer über den Parkplatz und als wir uns schon fast sicher waren, dass sie vergessen hatten wo das Auto steht, kamen wir an einen klapprigen, alten SUV. Ich dachte: „Prima, da passt wenigstens unser Gepäck gut rein.“ Beim aufmachen der hinteren Tür habe ich dann aber festgestellt, dass der ganze Kofferraum voll mit großen, orientalischen Sitzkissen war, die schon bis auf dir Rückbank überquollen und auch auf dem Beifahrersitz lag noch ein Sitzkissen. „Psst...Maxi...hast du das gesehn? Wo soll denn unser Gepäck hin?“ Ich war wirklich skeptisch, aber der Fahrer meinte nur „no worries!“ und nach zehn Minuten Koffer-Tetris hatte er dann tatsächlich alles verstaut und wir konnten uns auf den Weg machen. Das Auto machte komische Geräusche, es roch furchtbar nach nassem Hund und der Fahrer schimpfte die ganze Zeit leise vor sich hin. Wir fuhren eine Dreiviertelstunde kreuz und quer durch Stonetown, die dunkelsten Ecken und Gässchen, unser Fahrer sprach dauernd irgendwelche Leute auf der Straße an und telefonierte durchgehend mit jemandem. Währenddessen erklärte er uns wie wenig er geschlafen hat die letzten Tage, dass er nie frei hat und es nicht richtig ist, dass er noch andere Sachen erledigen muss, wo er doch eigentlich nur uns abholen möchte. Wir hatten anscheinend endlich den Richtigen gefunden und der Fahrer konnte einen ominösen Brief an ihn überreichen. Wer nun denkt, ab jetzt geht‘s ja nur noch eben zum Hotel, der irrt...denn es folgten 1,5 Stunden Horrorfahrt quer über die Insel, denn ich wusste dann warum er es nicht mag im Dunkeln zu fahren. Die Autos und LKWs die uns entgegen kamen, hatten entweder kein Licht oder Fernlicht an. Man konnte nichts erkennen, überall saßen Leute im Stockdunklen am Straßenrad oder fuhren auf Räder, die man erst 5 Sekunden vorher erkennen konnte. Dazu war die Sicht des Fahrers durch Kissen und Gepäck stark eingeschränkt und wir hatten dauernd Angst, dass die Müdigkeit ihn übermannt und er am Lenkrad einschläft. Bei jedem Speedbump schimpfte er wie ein Rohrspatz und machte allgemein einen sehr überforderten Eindruck. Als wir dann nach über zwei Stunden Fahrt am Hotel auf der anderen Seite der Insel ankamen waren wir nicht nur dank der Temperaturen schweißgebadet und haben uns geschworen diesen Weg nur noch einmal auf uns zu nehmen und zwar wenn wir zurück zum Flughafen müssen.

Daher sind wir die viert Tage auf der Anlage und in der nahen Umgebung geblieben, was wirklich nicht das schlechteste war, denn wir hatten eine Unterkunft direkt am Strand und nebenan eine tolle Beachbar, in der man es wirklich gut aushalten konnte. Es hätte uns also schlechter treffen können, aber ich kann quasi nichts über die Insel sagen, denn wir haben nicht viel gesehen. Was ich sagen kann ist, dass das Meer einfach unglaublich schön klar und warm war und ich noch nie so einen weißen, feinen Strand gesehen habe. Also, wenn ihr euch ein Bild von Sansibar machen wollt, müsst ihr doch leider selbst hin fahren, aber ein paar Bilder wollte ich hier doch gerne mit euch teilen.









#fernweh

Auf Safari in Tansania



Nach unserer Reise nach Neuseeland im vergangenen Jahr hatten wir uns für unsere Flitterwochen diesen Sommer wieder eine größere Reise vorgenommen. Die ersten Überlegungen gingen immer Richtung Bali, doch als dann Anfang dieses Jahres der Vulkan aktiv wurde und stetig drohte auszubrechen, haben wir unser Reiseziel noch einmal überdacht. Es war uns einfach zu unsicher und so suchten wir nach einer Alternative. Mein Mann ist ein großer Afrikafan, seit seiner Reise nach Namibia vor fast 10 Jahren. Ich war noch nie in einem afrikanischen Land, also warum nicht?! Nun ging es aber mit der Frage weiter, welches der vielen schönen Länder Afrikas sollte es werden? Ich war von Anfang an für Tansania, denn dort ist das Wetter auch m afrikanischen Winter ganz angenehm und gleichzeitig ist dort auch Trockenzeit. In meiner Kindheit war DER Kinderfilm für mich „Der König der Löwen“ und ja, das war auch ein Grund für mich nach Tansania zu fahren und auf jeden Fall die Serengeti auf der Route zu haben.
Wir entschieden uns schließlich für die Route: Arusha – Moshi – Mto Wa Mbu – Serengeti – Ngorongoro – Arusha

Mitte Juli ging es dann für uns von Düsseldorf aus los und wir machten uns mit Emirates auf den Weg nach Dubai und von da aus nach Dar el Salam, der Hauptstadt von Tansania. Mit dem Buschflieger, einer schönen Propellermaschine mit ca. 40 Sitzen, ging es dann weiter zum Ziel unserer Flugreise: Arusha Airport. Dort anzukommen war schon erst mal das erste Abenteuer, denn der Airport besteht einfach aus einer Wellblechhütte und der „pole pole“-Lounge, was so viel heißt wie die „langsam langsam“-Lounge. Sicherheitskontrollen und Pass anschauen?! Völlig überbewertet und so standen wir innerhalb einer Minute auf der anderen Seite der Wellblechhütte und waren in Tansania! Wir wurden sofort von Taxifahrern in Beschlag genommen, die unsere Koffer nahmen und uns zu ihrem Auto brachten. Ich muss zugeben mir war nicht ganz wohl bei der Sache, aber wir ließen uns treiben und glaubten an das Gute. Der Taxifahrer brachte uns in die Innenstadt zu unserer Autovermietung, wo wir unser Auto abholen sollten, dass wir von Deutschland aus gebucht hatten.
Und da fing das Schlamassel an!
Die Dame hinterm Schreibtische fragte uns ganz nett, wo in Tansania wir denn überall hin wollten und als wir ihr unsere Route erklärten sie uns ganz nebenbei: „Sorry, dann kann ich Ihnen dieses Auto leider nicht geben, denn Sie dürfen damit nicht in die Nationalparks!“ Der ersten Schockstarre folgte kurze Verzweiflung und Ratlosigkeit. Denn wir hatten tatsächlich im Frühjahr schon einmal das Auto umgebucht, da wir bei der ersten Buchung im Vertrag diese Klausel gefunden hatten, im Zweiten aber nichts davon zu lesen war. Die Dame in der Autovermietung war sehr nett und erklärte uns, dass das leider in bestimmten Ländern immer wieder vor kommt. Sie konnte uns aber auch leider kein alternatives Auto anbieten und so brachte uns einer ihrer Fahrer in die erste Lodge in Arusha und wir hatten dort 48h Zeit ein Auto zu finden, dass uns unsere Reise ermöglichte.
Es hat uns einige Stunden gekostet und eine sehr schlaflose Nacht mit vielen Sorgen und 1000 Szenarien wie das ganze Enden könnte. Ende vom Lied war, dass wir die beste Entscheidung in unserem ganzen Urlaub getroffen haben und das Schicksal uns den besten Fahrer in ganz Afrika beschert hat. Wir hatten nämlich auf vielen Seiten recherchiert, dass es einem doch sehr ans Herz gelegt wurde, diese Reise (und vor allem die Nationalparks) mit einem Fahrer zu unternehmen und nicht selber zu Fahren. Rückwirkend wirklich ein sehr guter Tipp, denn man hätte niemals so viele Tiere gesehen, wäre 1000 Tode gestorben bei diesen grottenschlechten Straßen und dem noch schlimmeren Verkehr. Das unser Auto (ein Toyota Land Cruiser) das Ganze ohne Panne und in einem Stück überstanden hat grenzt an ein Wunder!
 
Nun aber genug der Jammerei, denn wir haben es ja geschafft unsere Tour starten zu können und begonnen haben wir am Kilimanjaro mit Lodge in den Bergen von Moshi. Die Lodge war der Hammer, mit großer Holzterrasse über einem Flusslauf und bei klarem Wetter einer einmaligen Sicht auf den Kilimanjaro (Kaliwa Lodge). Wir hatten in jeder Unterkunft immer zwei Nächte gebucht, so dass wir immer einen ganzen Tag an einem Ort hatten und ihn erkunden konnten. Wir hatten eine Tagestour gebucht, die uns zu erst in ein kleines Dorf auf ca. 1500m am Kilimanjao führte. Dort wurden uns unterirdische Höhlen gezeigt in dem sich früher die Einwohner des hier ansässigen Stammes vor den Massai-Kriegern versteckten. Gleichzeitig war dieser Ort eine kleine Kaffeeplantage und wir durften selber Kaffeebohnen häuten, rösten und stampfen. Selbst gemachter Kaffee, der sogar mir schmeckte, obwohl ich normalerweise noch nicht mal den Geruch von Kaffee mag. Verrückt! Danach ging es noch quer durch den Dschungel zu einem wunderschönen Wasserfall und wer mich kennt, weiß wie Glücklich ich an diesen Orten bin. Egal wie, ein Wasserfall hat immer etwas magisches! 









Der nächste Halt führte uns nach Mt Wa Mbu und wir fuhren in den wunderschönen Tarangire Nationalpark, der Heimat der Elefanten wie uns erzählt wurde. Und der Name war wirklich Programm. Wir haben unheimlich viele Elefanten-Gruppen gesehen und die meisten davon aus direkter Nähe. Jetzt machte sich das hochklappbare Dach unseres Geländewagens wirklich bezahlt. Tarangire ist ein sehr überschaubarer Nationalpark, den man gut an einem halben Tag erkunden kann. In den paar Stunden haben wir wirklich viele verschiedene Tiere gesehen und waren sehr beeindruckt von unserem ersten Game Drive.






Am folgenden Tag ging es mit dem Rad die Umgebung erkunden. So kann man am ehesten das „Hinterland“ hinter der einen Hauptstraße erkunden, die jede Stadt hat und sehen wie die Menschen hier leben. Wir sind durch die viele Bananenplantagen gefahren, in denen ich mich ohne Guide sofort verirrt hätte und waren beeindruckt wie und vor allem schnell Bananen wachsen. Dann ging es noch mit dem Rad zum Lake Manyara, durch kleine Herden von Gazellen und Affen um die Flamingos und Pelikane zu sehen. Nochmal ein ganz anderes Gefühl, als im Auto zu sitzen.








Und dann...dann ging es endlich in die Serengeti!
Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für ein tolles Gefühl ist. Natürlich ist das Zentrum mittlerweile total touristisch und es wimmelt nur so von Autos. Dafür haben wir aber auch innerhalb eines halben Tages so viel gesehen, dass man das vielleicht auch einfach akzeptiert. Aber wenn es dann später wird, die Sonne langsam tiefer steht und die ganzen Tagestouristen sich auf den Weg aus dem Park raus machen, dann spürt man wieder ein Stück dieser Wildnis. Wir hatten eine Lodge gebucht innerhalb des Park und mussten uns daher ganz schön ran halten diese vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Es ist nämlich nur von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr erlaubt in den National Parks zu fahren und das auch aus gutem Grund! In der Finsternis kannst du die Hand vor Augen nicht sehen und die ganzen Tiere die umherlaufen und die Raubtiere, die mit ihrer Jagd beginnen könnten dir ungesehen vors Auto laufen. So bretterten wir also im Affentempo über die Waschbrettpisten mit einem Fahrer, der locker eine Rallyekarriere hätte starten können, um noch rechtzeitig in der Lodge anzukommen. Max und ich standen dabei im Auto, hielten die Nasen in die afrikanische Luft und ließen die tiefer werdende Sonne in unsere Gesichter scheinen. Hin und wieder stand unvermittelt eine Giraffe neben uns oder eine Herde Gnus lief über den Weg. DAS war für mich das echte Afrika.
Mit ein wenig Verspätung, die uns aber zum Glück nachgesehen wurde kamen wir dann in der Lodge an und konnten unseren Augen nicht trauen. Die 5 Sterne Unterkunft war wirklich vom Feinsten und sehr luxuriös. Pool und Restaurant mit Blick auf die offene Weite der Serengeti, die „Zelte“ waren kleine Paläste mit Bädern die jedes Hotel in den Schatten stellten und nachts konnte man die Hyänen lachen hören (MbalagetiLodge).















Auch die restliche Zeit in der Serengeti war uns das Schicksal wohl gesonnen und wir sahen viele Tiere. Auf dem Rückweg aus der Serengeti raus bekam ich dann auch endlich das gewünschte große Löwenmännchen zu Gesicht (Simba lebt!).






Die Serengeti grenzt direkt an den Ngorongoro-Nationalpark und den darin liegenden Krater. Es ist wirklich unvorstellbar, das diese riesige Fläche einmal ein einziger Vulkan war, dessen Asche die Serengeti formten und sie zu der flachen, grasbewachsenen Ebene machte, die sie heute ist. Im Krater selber ist herrscht ein ganz anderes Klima, wie wir schnell feststellen mussten. Also: den dicken Pulli an, Jacke raus und sich den Wind und die Nase pusten lassen. Man könnte es auch wegen der Landschaft schnell mit der Nordsee verwechseln, wenn nicht überall die Strauße stehen würden und hin und wieder einen Hyäne deinen Weg kreuzen würden. Ich hatte diese Tiere bis jetzt immer nur gehört, aber nun, da ich sie gesehen hatte, fühlte ich mich nachts nicht mehr so unsicher (Auch wenn unser Fahrer steif und fest behauptete, dass in der folgenden Nacht eine Hyäne DIREKT neben unserem Zelt gewesen sein muss). Im Ngorongoro Krater hofften wir darauf den letzten der Big Five zu sehen, das Nashorn. Dies war das einzige Mal, dass das Schicksal nicht 100 Prozentig auf unserer Seite war, denn das einzige Nashorn, das wir sahen, lag ca. 200m von uns entfernt im Gras und man konnte nur zwei wackelnde Ohren ausmachen… aber naja… besser als keins oder?!






Von unserer Zelt-Lodge in Ngorongoro fuhren wir dann noch am nächsten Tag in den Lake Manyara National Park, den wir zuvor auf der anderen Seite mit dem Rad erkundet hatten. Auch hier hatten wir wieder viel Glück, sahen Elefanten, Giraffen, Löwen und Flamingos. Was für ein schöner letzter Tag auf Safari, denn dieser Game Drive sollte unser letzter sein.










Am nächsten Tag brachte uns „Dan the Man“ wie wir unseren Fahrer immer nannten zurück nach Arusha und wir verbrachten einen sehr entspannten Tag mit viel lesen und Karten spielen, denn so wunderschön diese ganzen Tage auf Safari auch waren so anstrengend waren sie auch auf der anderen Seite! Man sollte nicht unterschätzen, wie sehr dich diese ganzen ruckeligen Pisten auslaugen und wie anstrengend es auf Dauer ist die ganze Zeit deine Umgebung abzusuchen um Tiere zu finden.

Und so ging es nach 12 Tagen auf dem Festland Tansanias und vielen Tagen auf Safari für uns mit dem Flieger rüber nach Sansibar, wo wir auf viel Entspannung, schöne Strände und viel Zeit zum Lesen hofften.

Aber davon bald mehr...